Roadtrip 2020 - Vom Wald zur urbanen Kunst 🚎

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Der nächste Morgen im Wanderparadies Steinachtal war, wie der Campingplatz Name schon verrät, paradiesisch. Die Luft im Thüringer Wald war frisch, klar und der Platz total still. Das ist etwas womit ich bisher wirklich Glück hatte, bisher waren alle Übernachtungsmöglichkeiten richtig ruhig und ich konnte die Ruhe auch genießen. Das Schlafen im Camper klappt immer besser, bzw. teils wache noch – für mein Empfinden – zu früh auf, aber gut, dass ich kein Langschläfer bin, ist nichts Neues.

Wanderparadies Steinachtal

Dieser Urlaub bringt eine gewisse Vormittagsträgheit mit sich, die eine willkommene Abwechslung zu dem ist, wie es sonst die letzten Monate war. Ein Kontrast, den ich sehr befürworte. Morgens erstmal Kaffee, ein bisschen bloggen, der nächste Kaffee, lesen und den Tag vorbereiten.

Die Handgriffe und Abläufe im Camper automatisieren sich so langsam, sei es was die Gasflasche betrifft oder andere Kleinigkeiten, wie alle Klappen schließen etc.

Wanderparadies Steinachtal

Vom Campingplatz Wanderparadies geht es am Mittag weiter in Richtung Zwickau, eine liebe Freundin besuchen.

Auf dem Weg nach Zwickau fuhr ich durch viele kleine Dörfer, die Häuser mit Schieferplatten belegt und mit wunderschönen Erkern. Auf der anderen Seite, sah ich auch viele verlassene Häuser, Fabriken und Orte, die aussehen, als wären es Lost Places / Geisterstädte.

Was mich aus meinem seligen Camperidylle, während der Fahrt, herausgerissen hatte, war so ein Typ auf einem Mofa. Der mit einem Pickelhelm und Reichskriegsflagge an mir vorbeifuhr. Dieser Anblick irritierte mich nachhaltig, sodass ich, wenn ich aus dem Camper ausstieg, erst mal die Baseballcap aufziehe und ein neutrales T-Shirt trug. Nicht, dass ich meine politische Einstellung verbergen will, aber unnötig muss man sich auch nicht in Situationen bringen, die schwer kalkulierbar sind. Meine Vorsichtsmaßnahme hat sich bestätigt, als tanken musste. Im Gespräch mit der Dame hinter der Kasse stellte ich schnell fest, dass ich hier wohl nicht willkommen war, aber gut, es sind nicht alle so.

Während der Fahrt sah ich, im großen Displays des Campers immer wieder, wie stark das Mobilfunknetz zwischen Edge (E) und LTE (4G) schwankte. Deutschland ist halt wirklich noch ein Entwicklungsland, was das Mobile Internet betrifft. Das spiegelte sich auch auf den meisten Campingplätzen wieder. Ich denke für die meisten Urlauber ist, das kein Thema, für mich, als digital nativ schon. Mir ist schon wichtig, morgens über Spotify meine Nachrichten zu hören, Vorbereitungen treffen und hierfür im Internet zu recherchieren, ohne mein Datenvolumen aufzubrauchen. Hierzu kann ich die App „Stellplatz Radar“ und „Here We Go“ empfehlen. Erstere um einen geeinigten Stellplatz zu finden, die kostet ca. 6 € im Jahr und mit der Karten App, die man offline betreiben kann, kann man sicher durch die Gegend navigieren.

In Zwickau angekommen, sind Frau P. und ich direkt auf die Räder gestiegen und zu einem Lostplace gefahren. Eine ehemalige Eisengießerei, der durch urbane Kunst ein zweites Leben eingehaucht wurde. Wunderschöne Graffitis waren zu sehen, teilweise so angebracht, dass ich nur staunte, wie man diese teils unter Decken, anbringen konnte.

iBug Zwickau

Auch hier war leider etwas die Regel, was mich wieder etwas ernüchterte, überall Hakenkreuze, ich vermute mal von jugendlichen, die gerade mal Ihre erste Spraydose in der Hand hatten und den ewig-gestrigen nacheifern wollten. Dumm ist es allemal. Zum Glück sah ich auch viele durchgestrichene Nazi-Symbole. Frau P und ich überklebten einige der Nazi-Symbole mit „Fight Racism“ oder „Unter mir klebt braune Scheisse“ Aufklebern.

iBug Zwickau

Nach einem gemeinsamen Abendessen, suchte ich mir einen netten Stellplatz für die Nacht, da es am nächsten Morgen schon weiter ging in Richtung Markkleesee.

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